Führerschein - Kostenbeispiel

Unser Preisbeispiel ist zwar nicht aus der Luft gegriffen, aber auch nicht repräsentativ. Wir rechnen hier beispielhaft vor, welche Kosten für den Ersterwerb des Führerscheins der Klasse B (Pkw) entstehen könnten. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Preise für die Leistungen der Fahrschulen in Deutschland sehr unterschiedlich sind.

Durchschnittlich ist auch das Talent unseres fiktiven Fahrschülers - ohne praktische Vorkenntnisse in einer Großstadt: Wir setzen für die Anzahl der Fahrstunden einen Mittelwert von 35 ein und kalkulieren die komplette Ausbildung mit typischen Zahlen durch, inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer.

1. Vorabkosten

Sehtest ca. 6,00 €
Kursus: Lebensrettende Sofortmaßnahmen ca. 18,00 €
einfaches Passfoto beim Fotografen ca. 8,00 €

2. Gebühren bei der Straßenverkehrsbehörde

Auszug aus dem Verkehrszentralregister 3,30 €
Erfassung der Fahrerlaubnis auf Probe 1,80 €
Prüfung und Bearbeitung des Führerscheinantrags 5,10 €
Herstellung des Führerscheins und Erteilung der Fahrerlaubnis 33,20 €

3. Fahrschule: Ausbildung und Lernmaterial
(sehr unterschiedliche Preise je nach Region)

Grundbetrag bei Anmeldung im Durchschnitt ca. 250,00 €
Lehrbuch und Fragebogen ca. 50,00 €
Fahrstunde 45 Minuten
(normale Übungsfahrt)
ca. je 30,00 €
Sonderfahrten 45 Minuten
(Autobahn- 4 , Überland- 5 und Dunkelfahrten 3)
ca. je 40,00 €

4. Prüfungen

Theoretische Prüfung

Fahrschulbetrag ("Vorstellung zur theoretischen Prüfung", wird nicht von jeder Fahrschule erhoben) ca. 40,00 €
Gebühr der Prüforganisation (TÜV, DEKRA) pro Theorieprüfung 20,83 €

Praktische Prüfung

Fahrschulbetrag ("Vorstellung zur praktischen Prüfung") ca. 100,00 €
Gebühr der Prüforganisation (TÜV, DEKRA) pro Fahrprüfung 84,97 €

Macht zusammen im Beispielfall...

1. Vorabkosten 32,00 €
2. Gebühren der Straßenverkehrsbehörde 43,40 €
3. Ausbildung und Lernmaterial in der Fahrschule
    (23 normale Fahrstunden und 12 Sonderfahrten)
1470,00 €
4. Prüfungen 245,80 €
Endsumme in unserem Beispiel: 1791,20 €

Vielleicht werden einige ehemalige Fahrschüler jetzt ihre Rechnung hervorholen und zu ganz anderen Summen kommen. Nicht jeder wird 35 Fahrstunden benötigen - genau wie nicht jeder Schüler eine Klassenarbeit mit der Durchschnittsnote 3,2 schreibt. Wir lassen unseren Beispiel-Fahrschüler die Fahrprüfung auf Anhieb bestehen. Wer bei den Fahrstunden am falschen Ende spart, wird das nicht unbedingt schaffen.

Auch auf dem Fahrschulmarkt gibt es einen harten Wettbewerb mit Sonderangeboten und Dumpingpreisen, besonders in großstädtischen Ballungsgebieten. Vereinzelt werden von den schwarzen Schafen der Branche sogar "normale" Übungsfahrstunden als Sonderfahrten ausgewiesen. Das senkt zwar mitunter die Fahrstundenzahl und bringt viel Mund-zu-Mund-Propaganda, jedoch kann die Fahrerlaubnis später von der Behörde einkassiert werden, falls die Manipulation ans Licht kommt. Nicht umsonst müssen Fahrlehrer und Fahrschüler vor der Prüfung unterschreiben, dass diese Fahrten absolviert worden sind. Außerdem ist diese Trickserei verantwortungslos: Denn Fahranfänger, die die Gefahren der Autobahn-, Landstraßen- und Nachtfahrten nicht beherrschen, sind rollende Zeitbomben auf unseren Straßen - hier reicht ein Blick in die Unfallstatistik.

Es spricht also viel dafür, die Wahl der Fahrschule nicht allein über den Preis zu treffen. Wenn man keine besseren Anhaltspunkte hat (am besten sind Empfehlungen von Freunden, die zufrieden mit der Ausbildung waren), dann führt der einzig richtige Weg durch die Türen möglichst vieler Fahrschulen und über ausführliche Beratungsgespräche. Machen Sie sich ein eigenes Bild von den Leistungen und dem Lernklima. Und letztendlich können Sie dann aus den Fahrschulen, die in die engere Wahl gekommen sind, die sympathischste und preiswerteste auswählen.